SOMMERSALON 15

SOMMERGÄSTE

 

Sebastian Menzke, Christian Henkel, Ulf H. Rickmann

 

Zur Eröffnung der Ausstellung unter der Schirmherrschaft des Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern,

Herr Mathias Brodkorb

laden wir Sie und Ihre Begleitung am Samstag, dem 6. Juni, um 17 Uhr

herzlich in die Galerie auf Schloss Wiligrad ein.

 

Ausstellungsdauer: 06.06 - 26.07.2015

 

Sebastian Menzke

 

  • 1979 in Neubrandenburg geboren

  • 1999 Sprayer

  • 2001 Übergang zur Ölmalerei

  • 2004 Studium FH Wismar - Fakultät für Gestaltung, Fachrichtung Produktdesign

  • 2009 Abschluss Dipl. Des. (FH)

  • 2012 Arbeitsstipendium durch das Künstlerhaus Lukas in der Grafikwerkstatt KKV Malmö, gefördert durch das Land Mecklenburg Vorpommern
    sowie Arbeitsstipendium durch die Stiftung Kunstfonds Bonn

 

Das Gegenständliche und das Ungegenständliche. Das Freie und das Unfreie. Wie viel Abstraktion braucht ein Bild, um nicht mehr gegenständlich zu sein und wie viel Gegenstand, um nicht abstrakt zu wirken. Wie viel Mensch ist nötig, um seine Gegenwart zu spüren und wie viel Natur, um ihn zu vergessen. In diesen Zwischenräumen sollen sich meine Bilder bewegen. Für mich ein ständiges Forschen und Balancieren auf der Suche nach der richtigen Formel.“

Komposition, Abstraktion, Struktur sind Eckpunkte meiner Arbeit. So entstehen unterschiedlichste Formen und Gebilde die den Regeln anfänglicher Regellosigkeit unterliegen. Oft werden Kompositionen vorerst in freien Gesten auf die Leinwand gebracht, um anschließend auf diese zu reagieren. Zufall und strenge Planung liegen hier eng aneinander und sind lebenswichtig für die Durchführung des Bildes. Das Produkt, das fertige Bild, weist keine offensichtlichen Zufälle mehr auf. Bei näherem Hinsehen jedoch, ist der Arbeitsprozess zu erkennen. So gibt es Oberflächen die auf den ersten Blick homogen wirken, aus der Nähe jedoch die darunterliegenden Schichten erahnen lassen. Andere Teile des Bildes wiederum zeigen diesen Prozess ganz offen. Diese Art des Umgangs mit der Oberfläche aktiviert diese erst und erzeugt Tiefe und Individualität. Geschlossene und offene,‘fertige‘ und ‚unfertige‘ Flächen liegen nebeneinander und schaffen Gegensätze die Wesens- und Charaktermerkmal dieser Malerei sind.

Beschäftigt man sich eingehender mit seiner Malerei, so gewinnen diese an Tiefe. Es geht abermals um die Katastrophe rund um das Atomkraftwerk in Fukushima. Entstand im Jahre 2011 ein erster Bilderzyklus dazu, so wird dieses Thema von Menzke nochmals verarbeitet. Zu sehen sind abstrakte Geishas in modernen Formen und Farben.

Im Bilderzyklus: -this is not a geisha 1-3 -, ist ebenfalls eine Geisha in realistischer Malerei zu sehen, allerdings fehlen hier die Augen und Ohren. In Abfolge des Triptychons steigt der Abstraktionsgrad und die Geisha beginnt sich aufzulösen . Hier geht es um die Auswirkung der Katastrophe auf die Tradition Japans. Wie geht die Jugend mit der Katastrophe um? Welche Einflüsse bringt sie in die Tradition ein, geprägt durch die ständige Bedrohung durch das Atomkraftwerk? Das Dreierbild führt den Betrachter hin zu den abstrakten Bilder Menzkes.

-Rotom- ist so ein abstraktes Bild und ergibt sich aus den Wörtern Atom und Rotor, es zeigt eine technisch anmutende Form. Der Bilderzyklus -Daiichi- bezieht sich auf die Wolken die bei der Explosion des 3. Reaktorblocks ausgelöst wurde. Man erkennt runde Formen die auf und absteigen und bei denen der leuchtende Hintergrund durchschimmert. Hier findet offensichtlich ebenfalls eine Zersetzung statt.

 

Ulf H. Rickmann

 

  • geboren 1959 in Leipzig

  • Kurse der Lithografie und Radierung von 1982-1985 in Erfurt bei E. A. Zimmermann

  • arbeitet seit 1989 freiberuflich als Maler, Grafiker und Fotograf

  • seit 1991 Mitglied im BBK (Vorstandsmitglied 2005-2007)

  • 1998 Gründung der edition urpresse

 

Über weite Phasen der abstrakten Malerei gewinnt die Substanz in meinen Bildern wieder Gegenständlichkeit. Es bleibt die Herausforderung eine Malweise zu entwickeln, die ihr Geheimnis bewahrt, sich nicht soweit offenbart, dass die Offenlegung des Dargestellten keinerlei Reize mehr zulässt. Das rastlose Erkunden in dem Vertrauten, das Entdecken neuer Zusammenhänge von Farbe, Form und Inhalt.“

Die Natur in ihrer urbanen Realität und die künstlerisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung geben mir Inspiration. Ins Bild gebrachte Rasterelektronenaufnahmen von Pollen, Bakterien und Kleinstlebewesen in vergrößerter Darstellung zu Handlungen der modernen Forschung gebracht und in einer teils verschwimmenden historischen wie modern-abstrakten zeichnerischen wie malerischen Umsetzung, geben dem Bild einen verschlüsselten inhaltlichen Ausdruck.

 

Christian Henkel

 

  • 1976 in Rudolstadt geboren.

  • 1997 bis 2000 eine Ausbildung an der Holzschnittschule.

  • 2000 bis 2006 Bildhauerei an der Hfbk Dresden bei Prof. Monika Brandmeier.

  • 2006 bis 2008 absolvierte er ein Meisterschülerstudium bei Prof. Monika Brandmeier.

 

Sperrholz und Wellblech, Latten und Plexiglas – es ist Weggeworfenes, Abfall, aus dem Christian Henkel seine Objekte baut. Bestimmt vom Zufall sammelt er Fundstücke und fügt sie zusammen, lässt Form und Material sich zusammen finden, seinem eigenen ästhetischen Diktat entsprechend. Etwa zu Objekten wie “Hinterm Berg…”, “Vorm Berg…”, die aussehen wie eine Mischung aus Bauwagen und überdimensioniertem Vogelhaus, zwischen Baumodell und Spielfigur, massive Körper auf zierlichen Metall„beinen“.

Henkels Interesse gilt besonderes den Bau-Formen, dem Gebauten, Raum und Räumlichkeit. Dabei verfolgt er kein zugrunde liegendes Konzept, sondern lässt Intuition und Zufall bestimmen – als Amateur Standard, wie er seine Arbeitsweise, mit einem Augenzwinkern, nennt: Amateurhaftes, Gebrauchtes, unvollkommen und unvollendet Unfertiges fügt sich einem – Henkels – Standard entsprechend zusammen und formt Neues. Zufall und Überraschung sind dabei willkommene Begleiter. „Skulptur“ ist Ziel und Weg seiner Arbeit zugleich. (Simone Kraft )